Bundesamt für Sozialversicherungen BSV

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AHV/IV: Neuer Tarif für Hörgeräte führt zu Preissenkungen und kundenfreundlicherem Verfahren

Details des neuen Tarifs für Hörgeräte

Neuer Tarif ermöglicht effizienteren Ablauf der Hörgeräte-Versorgung

Das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV), im Einvernehmen mit der Militärversicherung und der Unfallversicherung und unter Einbezug des Preisüberwachers, hat mit den Verbänden der Hörgeräteakustiker/innen den neuen Hörgeräte-Tarif vereinbart, welcher per 1. April 1999 den bisherigen von 1995 ablöst. Er regelt die Übernahme der Kosten für die Versorgung der Versicherten mit Hörgeräten. In der IV ist grundsätzlich die volle Übernahme der Kosten einer angemessenen Versorgung mit einem Hörgerät möglich. Die AHV vergütet in der Regel 75% des IV-Tarifs.

Die wesentlichen Neuerungen des Hörgeräte-Tarifs:

  • Basis der Versorgung mit einem Hörgerät bildet ein neues Indikationsmodell, das von den Beteiligten gemeinsam erarbeitet wurde. Aufgrund eines klar definierten Kriterienrasters, der sich schwergewichtig an medizinischen Aspekten orientiert, aber auch soziale Kriterien einbezieht, werden die Versicherten durch eine/n ärztliche/n Experten/Expertin in drei Indikationsstufen eingeteilt: "einfache Versorgung", "komplexe Versorgung" und "sehr komplexe Versorgung".
  • An die Leistungserbringer/innen, also die Hörgeräteakustiker/innen und an ihre technische Ausrüstung, welche neu regelmässig zu eichen ist, werden klare Qualitätsanforderungen gestellt, die stichprobenweise überprüft werden. Nur wer diese erfüllt, wird auf die vom BSV geführte Liste der für die IV und AHV zugelassenen Lieferant/innen aufgenommen.
  • Der / die Hörgeräteakustiker/in muss der versicherten Person mehrere Hörgeräteversorgungen zum Probetragen anbieten. Das Ergebnis dieser vergleichenden Anpassung wird in einem Bericht zuhanden der IV-Stelle und des Expertenarztes/der Expertenärztin festgehalten. Diese Anpassungsart und ein eigenes Formular ermöglichen es der versicherten Person zu entscheiden, ob ihr die von der IV vollständig finanzierte Versorgung genügt oder ob sie eine darüber hinausgehende Versorgung vorzieht und die zusätzlichen Kosten übernehmen will.
  • Zur Sicherung der Versorgungsqualität und im Sinne der Kostenkontrolle wird erst nach der vergleichenden Anpassung und deren Überprüfung durch die Expertenärztin/den Expertenarzt die Versorgung definitiv beschlossen und bezahlt. Bei der Überprüfung wird ein strukturiertes Interview mit den Versicherten geführt und auch kontrolliert, ob sie das Gerät im Alltag richtig bedienen und die notwendigsten Wartungsarbeiten selbst durchführen können.
  • Neu schliesst das BSV mit jedem/jeder einzelnen Leistungserbringer/in einen identischen Vertrag ab, statt wie bisher mit deren Verbänden.

Preise gesenkt, kundenfreundlicheres Verfahren, Förderung des Wettbewerbs

Für die IV und AHV dürfen nur Geräte angepasst und verrechnet werden, die auf der Hörgeräteliste des BSV aufgeführt sind und für welche ein einwandfreier Service gewährleistet wird. Der Pauschalpreis einer Hörgeräteanpassung setzt sich zusammen aus dem Einstandspreis für das Hörgerät, einer festgelegten Marge und den Aufwendungen für die Anpassung. Er schliesst sämtliche Servicearbeiten und Nachbetreuungen während der gesamten Lebensdauer des Hörgerätes ein. Die Hörgerätepreise innerhalb jeder der drei Indikationsstufen sind unterschiedlich und werden durch das BSV laufend international verglichen. Für jede der drei Stufen legt der Vertrag einen Maximalpreis fest. Mehrkosten für ein speziell gewünschtes besseres Hörsystem dürfen nur mit dem schriftlichen Einverständnis der versicherten Person verrechnet werden.

Durch das neue Indikationenmodell und durch tiefere Hörgerätepreise resultieren für die IV und die AHV bis zu 25% tiefere Kosten. Es wird erwartet, dass etwa 50% der Hörgeräteversorgungen in der mittleren Indikationsstufe erfolgen werden. Dadurch haben die Hörgerätehersteller ein Interesse, ihre Geräte preislich in diesem grössten Marktsegment zu platzieren. Dies wiederum übt einen Druck auf die günstigeren Hörgeräte aus. Im neu festgelegten Verfahren der Abklärung sind keine Kostenvoranschläge mehr nötig und der Akustiker/die Akustikerin kann der versicherten Person sofort einen konkreten Überblick der Versorgungsvarianten und den Rahmen der Versicherungsabdeckung geben.

Datenbasis für detaillierte Marktbeobachtung wird geschaffen

Die Tarifpositionen schaffen die Grundlage für detaillierte statistische Auswertungen und entsprechende Kontrollen. In Zukunft kann das BSV z.B. pro Leistungserbringer/in ausweisen:

  • Anzahl der Hörgeräteversorgungen,
  • Verteilung der Hörgeräteversorgungen über alle Indikationsstufen,
  • Hörgerätepreise, welche innerhalb einer Indikationsstufe mehrheitlich verrechnet werden.

Weiter können gewisse Annahmen, welche der Tarifgestaltung zugrunde liegen, plausibilisiert werden. Die Schlussexpertise, welche durch die ärztlichen Experten/Expertinnen für die IV-Stelle vorgenommen wird, ermöglicht eine differenzierte Qualitätsbeurteilung der von den Hörgeräteakustikern/-akustikerinnen erbrachten Dienstleistung.

Die Tarifverträge treten am 1. April 1999 in Kraft, wobei eine Übergangsfrist bis 15. April gilt. Angefangene Arbeiten und Anpassungen, die noch nicht auf einer Einteilung in Indikationsstufen gemäss neuem Tarifsystem basieren, werden noch nach dem alten Tarif abgerechnet. Alle ab dem 15. April erstellten Erstexpertisen müssen den neuen Kriterien genügen.

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Letzte Änderung: 14.12.2006

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