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Vereinbarkeit von Familie und Beruf

In der Schweiz gilt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie traditionellerweise als Privatangelegenheit. In den letzten Jahren haben die politischen Instanzen allerdings erkannt, dass es geeignete Rahmenbedingungen für Familien braucht. Für den Bundesrat stellt die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine politische Priorität dar.

 

Medienkonferenz des Bundesrates vom 21. Mai 2015

Der Bund will Anreize dafür schaffen, dass Kantone, Gemeinden und allenfalls Arbeitgeber mehr in die familienergänzende Kinderbetreuung investieren, um so die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter zu fördern. Zudem möchte der Bund auch Projekte unterstützen, die im schulergänzenden Bereich das Angebot besser auf die Bedürfnisse erwerbstätiger Eltern abstimmen. Mit Beschluss vom 20. Mai 2015 hat der Bundesrat dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) den Auftrag erteilt, einen Vernehmlassungsentwurf für eine befristete Gesetzesgrundlage zu erarbeiten. Für die Umsetzung soll ein Verpflichtungskredit von 100 Mio. Franken mit einer Laufzeit von acht Jahren zur Verfügung gestellt werden. Diese Beschlüsse hat der Bundesrat nach einer Analyse des familienpolitischen Handlungsbedarfs gefasst. Er hat am 20. Mai 2015 drei vom EDI und vom Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) erarbeitete Grundlagenberichte verabschiedet:
Mit dem Bericht des EDI „Familienpolitik. Auslegeordnung und Handlungsoptionen des Bundes“ erfüllt der Bundesrat ein Postulat von Nationalrat Tornare (13.3135). Der Bericht gibt einen Überblick der Situation der Familien und der bisherigen Familienpolitik in der Schweiz. Die Herausforderungen an eine Familienpolitik des Bundes und seine Handlungsoptionen im Rahmen seiner verfassungsmässigen Kompetenzen werden in vier Handlungsfeldern dargestellt: Wirtschaftliche Absicherung der Familien (Bekämpfung der Familienarmut), Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit, Anpassung des Familien- und Erbrechts an die aktuellen Lebensformen sowie die Förderung der Familien als solche. Der Bundesrat hat aufgrund seiner Abwägungen entschieden, sich auf die Förderung der Vereinbarkeit zu konzentrieren und hat in der Folge die Ausarbeitung der gesetzlichen Grundlagen beschlossen.
Typ: PDF
Bericht_Familienpolitik_Auslegeordnung_und_Handlungsoptionen_des_Bundes
Gültig ab 21.05.2015 | Grösse: 652 kb | Typ: PDF

Im Auftrag des Bundesrates hat das EFD die Machbarkeitsstudie „Übergang vom Prinzip der Besteuerung nach der subjektiven Leistungsfähigkeit zum Prinzip der Besteuerung nach der objektiven Leistungsfähigkeit bei den Kinderkosten“ erarbeitet. Hinzu kommt ein Zusatzbericht. Mit diesen Berichten erfüllt das EFD ein Postulat der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates (14.3292). Es wurde untersucht, ob auf kinderrelevante Vergünstigungen bei den Steuern verzichtet und die kinderbezogene Unterstützung der Familien über andere Instrumente gewährt werden sollten. Insbesondere wurden ein steuerfreies Kindergeld und die Einführung von Steuergutschriften geprüft. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass ein solcher Systemwechsel nicht zielführend wäre.
Typ: PDF
Zusatzbericht_zur_Machbarkeitsstudie_Einfuehrung_Steuergutschriften
Gültig ab 21.05.2015 | Grösse: 516 kb | Typ: PDF

 

Das Bundesgesetz über Finanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung ist am 1. Februar 2003 in Kraft getreten. Es handelt sich um ein auf acht Jahre befristetes Impulsprogramm, mit dessen Umsetzung das BSV beauftragt ist.

Die Schweiz beteiligte sich 2004 an einer ländervergleichenden OECD-Studie zum Thema «Vereinbarkeit von Beruf und Familie». Die OECD gab dabei Empfehlungen zuhanden der Schweiz ab. Sie finden weitere Informationen auf der Internetseite des Seco ( unter zusätzliche Verweise in der rechten Spalte).

Die Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen (EKFF) verfasste 2004 einen Bericht zur Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsalltag.

Das SECO gab im Februar 2007 das KMU-Handbuch «Beruf und Familie» heraus. Es stellt Massnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in kleinen und mittleren Unternehmen vor.

Das eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann befasst sich ebenfalls mit der Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben.

Am 3. März 2013 haben Volk und Stände über den Verfassungsartikel über die Familienpolitik abgestimmt. Mit einer Ja-Mehrheit der Volksstimmen von 54,3%, aber mit 13 ablehnenden gegenüber 10 zustimmenden Ständen wurde der Verfassungsartikel abgelehnt. Er hätte Bund und Kantone verpflichtet, die Vereinbarkeit von Familienarbeit und Erwerbstätigkeit sowie von Familienarbeit und Ausbildung zu fördern.

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Letzte Änderung: 18.01.2013

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