Pilotversuch Assistenzbudget

Seit dem 1. Januar 2006 wird in den Kantonen Basel-Stadt, St. Gallen und Wallis der Pilotversuch Assistenzbudget durchgeführt. Mit dem Assistenzbudget erhalten rund 250 Menschen mit einer Behinderung zusätzliche finanzielle Mittel um Personen anzustellen, die sie in der Alltagsbewältigung unterstützen.

Die Evaluation des Pilotversuchs hat den hohen Nutzen für die Personen mit Behinderung bestätigt. Selbstbestimmung und Eigenverantwortung sowie gesellschaftliche Integration erhöhen sich deutlich und Angehörige werden entlastet. Als Folge der besseren Versorgung mit Hilfeleistungen zu Hause werden Heimaustritte ermöglicht sowie Heimeintritte vermieden oder verzögert. Allerdings wurde die Erwartung, wonach das im Pilotversuch getestete Assistenzmodell insgesamt kostenneutral eingeführt werden könne, bei weitem nicht erfüllt.

Nach Ablauf des bis Ende 2011 befristeten Pilotversuchs soll nun eine definitive Regelung getroffen werden. Der Bundesrat schlägt deshalb im Rahmen des ersten Massnahmenpakets der 6. IV-Revision die Einführung eines Assistenzbeitrags in der Invalidenversicherung vor. Die Vernehmlassung dazu dauert bis Mitte Oktober 2009, der Assistenzbeitrag soll 2012 in Kraft treten.

Der Assistenzbeitrag baut auf den Erfahrungen aus dem Pilotversuch Assistenzbudget auf, ist aber so ausgestaltet, dass er für die Invalidenversicherung kostenneutral eingeführt werden kann. Zahlreiche positive Aspekte des Pilotversuchs werden übernommen, das Modell wird aber beschränkt. So wird die Zielgruppe auf mündige erwachsene Versicherte eingegrenzt, welche bereits in einem gewissen Mass selbständig sind und die mit dem Assistenzbeitrag verbundene Eigenverantwortung übernehmen können. Zudem wird nur an Assistenzleistungen, die durch direkt angestellte Personen erbracht werden, ein Beitrag entrichtet. Assistenzleistungen von Angehörigen oder von Organisationen werden im Rahmen des Assistenzbeitrags nicht entschädigt.

Der Assistenzbeitrag fördert eine eigenverantwortliche und selbstbestimmte Lebensführung. Mit der Anpassung und dem Ausbau von Leistungen für die Hilfe zu Hause können Heimeintritte vermieden, zeitlich verzögert oder rückgängig gemacht werden, pflegende Angehörige können zeitlich entlastet und die Abhängigkeit der Menschen mit einer Behinderung von ihren Angehörigen kann verringert werden. Der Assistenzbeitrag ist für die IV kostenneutral, weil er gleichzeitig Einsparungen bei der Hilflosenentschädigung ermöglicht.

Letzte Änderung 13.06.2018

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