Reform der beruflichen Vorsorge

Die Schweiz verfügt über ein solides Sozialversicherungsnetz. Die demografische Entwicklung bedingt jedoch eine Konsolidierung dieses Systems und zwar nicht nur im Bereich Alters- und Hinterlassenenversicherung (1. Säule), sondern auch in der beruflichen Vorsorge (2. Säule). Mit der Reform der beruflichen Vorsorge sollen die Renten gesichert, die Finanzierung gestärkt und die Absicherung von Teilzeitbeschäftigten – und damit insbesondere von Frauen – verbessert werden.

Hinweis: Die Frist für die Vernehmlassung zur Reform der beruflichen Vorsorge wurde bis zum 29. Mai 2020 verlängert, dies in Folge des Coronavirus.

Die Renten der beruflichen Vorsorge sind seit Längerem unter Druck. Grund dafür sind die steigende Lebenserwartung und die anhaltend schwierige Lage auf den Kapitalmärkten mit den sehr tiefen oder sogar negativen Zinsen. Das macht insbesondere jenen Pensionskassen zu schaffen, deren Leistungen nicht oder nur wenig über die obligatorische berufliche Vorsorge hinausgehen. Die Höhe ihrer Leistungen wird weitgehend vom gesetzlich definierten Umwandlungssatz bestimmt. Dieser liegt bei 6,8 Prozent und ist angesichts der demographischen Entwicklung und der niedrigen Zinsen zu hoch.

Am 2. Juli haben der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV), der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) und Travail.Suisse auf Einladung des Bundesrats einen Vorschlag zur Revision der zweiten Säule gemacht. Ziel ist, das Finanzierungsproblem der beruflichen Vorsorge zu vermindern, das Rentenniveau zu sichern und die soziale Absicherung von Erwerbstätigen mit kleinen Löhnen zu verbessern.

Eckwerte der Vernehmlassungsvorlage

  • Der Mindestumwandlungssatz, mit dem das angesparte Kapital in eine Rente umgewandelt wird, wird von 6,8 auf 6,0 Prozent gesenkt.
  • Künftige Bezügerinnen und Bezüger von Alters- und Invalidenrenten der beruflichen Vorsorge erhalten einen lebenslangen monatlichen Rentenzuschlag. Dieser Rentenzuschlag ist unabhängig von der Höhe der Rente und wird solidarisch über einen Beitrag von 0,5 Prozent auf dem AHV-pflichtigen Jahreseinkommen bis 853 200 Franken (Stand 2019) finanziert.
  • Der Koordinationsabzug wird von heute 24 885 auf 12 443 Franken gesenkt.
  • Die Altersgutschriften werden angepasst und gegenüber heute weniger stark gestaffelt. Damit werden der Unterschied zwischen den jüngeren und den älteren Versicherten verkleinert und die Lohnkosten für die älteren gesenkt.
  • Die Zuschüsse für Vorsorgeeinrichtungen mit ungünstigen Altersstrukturen werden aufgehoben.

Mit diesen Massnahmen kann das Leistungsniveau der obligatorischen beruflichen Vorsorge insgesamt gehalten und für tiefere Einkommen sogar verbessert werden. Davon werden insbesondere viele Frauen profitieren.

 

Dokumentation

Medienmitteilungen

13.12.2019

Bundesrat eröffnet Vernehmlassung zur Reform der beruflichen Vorsorge

Mit der Reform der beruflichen Vorsorge sollen die Renten gesichert, die Finanzierung gestärkt und die Absicherung von Teilzeitbeschäftigten – und damit insbesondere von Frauen – verbessert werden. Der Bundesrat hat den Vorschlag, der von drei nationalen Verbänden der Sozialpartner ausgearbeitet wurde, an seiner Sitzung vom 13. Dezember in die Vernehmlassung gegeben. Diese dauert bis zum 29. Mai 2020 (Fristverlängerung in Folge des Coronavirus).

2.7.2019

Kompromissvorschlag der Sozialpartner
Vorschlag des Schweizerischen Arbeitgeberverbands, von Travail.Suisse und des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes zur Modernisierung der beruflichen Vorsorge (BVG)

 
27.10.2017

Wiederaufnahme der Gespräche über die Altersvorsorge

Bundesrat Alain Berset hat heute Freitag, 27. Oktober Vertreterinnen und Vertreter von mehr als 25 Parteien, Sozialpartnern und anderen Organisationen zum Gespräch eingeladen. Einen Monat nach der Ablehnung der Reform Altersvorsorge 2020 in der Volksabstimmung sind alle Beteiligten aufgefordert, ihre Verantwortung wahrzunehmen und sich an den weiteren Diskussionen zu beteiligen.

Frühere BV-Revisionen

Abstimmung-AV-2020-Teaser-170924

Altersvorsorge 2020

In der Volksabstimmung vom 24. September 2017 wurden beiden Vorlagen der Reform Altersvorsorge 2020 abgelehnt.

Strukturreform und Massnahmen für ältere Arbeitnehmende

Die Strukturreform vom 19. März 2010 sieht eine Verstärkung der Aufsicht, der Governance- und Transparenzbestimmungen bei der Verwaltung von Pensionskassen und enthält Massnahmen zur Erleichterung der Arbeitsmarktbeteiligung von älteren Arbeitnehmern vor.

1. BVG-Revision

Die 1. BVG-Revision ist ab 1.1.2004 in 3 Etappen in Kraft gesetzt worden.

Letzte Änderung 24.03.2020

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