Einführung einer Adoptionsentschädigung

Zweiwöchiger Urlaub für Eltern bei Adoption eines Kindes

Am 1. Oktober 2021 hat sich die Bundesversammlung in der Schlussabstimmung für einen zweiwöchigen Adoptionsurlaub ausgesprochen. Demnach haben erwerbstätige Eltern, die ein Kind unter vier Jahren zur Adoption aufnehmen, Anspruch auf einen zweiwöchigen Urlaub. Die Anspruchsvoraussetzungen für die Adoptionsentschädigung sind die gleichen wie für die Mutter- und Vaterschaftsentschädigung: Personen, die einen Anspruch geltend machen, müssen zum Zeitpunkt, in dem sie das Kind aufnehmen, arbeitnehmend oder selbstständigerwerbend sein; sie müssen in den letzten neun Monaten vor Aufnahme des Kindes bei der AHV versichert gewesen sein und in dieser Zeit während mindestens fünf Monaten eine Erwerbstätigkeit ausgeübt haben. 

Die Adoptiveltern können wählen, wer von ihnen den Urlaub in Anspruch nimmt. Sie können den Urlaub auch untereinander aufteilen, ihn aber nicht gleichzeitig beziehen. Für Eltern, die das Kind der Ehegattin bzw. des Ehegatten oder der Partnerin bzw. des Partners adoptieren, ist keine Entschädigung vorgesehen. 

Der 14-tägige Urlaub muss innerhalb des ersten Jahres nach der Aufnahme des Kindes entweder tage- oder wochenweise bezogen werden. DerAdoptionsurlaub wird über die Erwerbsersatzordnung (EO) entschädigt. Wie bei der Mutter- oder Vaterschaftsentschädigung beträgt das Taggeld der EO 80 Prozent des durchschnittlichen Erwerbseinkommens, das vor dem Beginn des Urlaubs erzielt worden ist, höchstens aber 196 Franken pro Tag.

Die 100-tägige Referendumsfrist beginnt mit der Veröffentlichung des Beschlusses im Bundesblatt. Kommt kein Referendum zustande oder läuft die Referendumsfrist ungenutzt ab, kann der Bundesrat den Zeitpunkt des Inkrafttretens festlegen.

Letzte Änderung 05.10.2021

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https://www.bsv.admin.ch/content/bsv/de/home/sozialversicherungen/eo-msv/reformen-und-revisionen/adoptionsentschaedigung.html