Leistungen und Finanzierung der AHV

Anspruch auf Leistungen der AHV haben versicherte Personen, denen während mindestens einem Jahr Beiträge angerechnet werden können.

Die AHV wird nach dem sogenannten Umlageverfahren finanziert. Die AHV gibt in etwa aus, was sie jährlich einnimmt, d.h. innerhalb der gleichen Zeitperiode werden die eingenommenen Beiträge für Leistungen an die Rentenberechtigten wieder ausgegeben, also "umgelegt".

Leistungen 

Individuelle Leistungen werden folgende gewährt:

Altersrenten

Diese stehen Männern ab 65 Jahren zu. Das Rentenalter der Frauen liegt seit 1.1.2005 bei 64 Jahren.

Ehepaarrenten

Anstelle der früheren Ehepaar-Altersrente erhalten beide Ehepartner je eine Einzelrente. Die beiden Individualrenten sind allerdings auf 150 Prozent der Maximalrente begrenzt, d.h. auf monatlich 3 525 Franken.

Kinderrente

Männer und Frauen haben zusätzlich zu ihrer Altersrente Anspruch auf eine Kinderrente für jedes Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente beanspruchen kann. Die Rente bekommt, wer Kinder bis 18 Jahre (bzw. bis 25 Jahre für in Ausbildung Stehende) unterhält oder unentgeltlich Pflegekinder aufnimmt.

Beziehen beide Elternteile eine Altersrente, besteht der Anspruch auf zwei Kinderrenten. Die beiden Renten zusammen dürfen 60 Prozent der maximalen Altersrente - d.h. monatlich 1 410 Franken - nicht überschreiten, sonst werden sie gekürzt.

Waisenrente

Kinder bis 18 Jahre - bzw. 25 Jahre für in Ausbildung Stehende - deren Vater oder Mutter gestorben ist, haben Anspruch auf eine Waisenrente. Sie entspricht 40% der Altersrente. Sind Vater und Mutter gestorben, werden zwei Waisenrenten ausgerichtet, welche 60 Prozent der Altersrente entsprechen.

Witwenrente

Diese Rente ist für Frauen vorgesehen, die bei der Verwitwung Kinder haben. Haben sie keine Kinder, müssen sie über 45 sein und mindestens fünf Jahre verheiratet gewesen sein. Die Witwenrente entspricht maximal 80 Prozent der Altersrente.

Unter bestimmten Voraussetzungen haben auch geschiedene Frauen Anspruch auf diese Rente.

Kann jemand gleichzeitig zur Witwenrente eine AHV- oder Invalidenrente geltend machen, wird nur die höhere Rente ausgerichtet.

Witwerrente

Diese Rente wurde neu mit der 10. AHV-Revision eingeführt. Verwitwete Männer erhalten eine solche Leistung, solange ihre Kinder weniger als 18 Jahre alt sind.

Hilflosenentschädigung

AltersrentnerInnen haben zusätzlich zur Rente Anspruch auf diese Leistung, sofern sie in schwerem, mittlerem oder leichtem Grad hilflos sind. Hilflos ist, wer für alltägliche Verrichtungen wie Ankleiden, Toilette benützen, Essen, usw. dauernd auf Hilfe Dritter angewiesen ist. Die Entschädigung wird unabhängig von Einkommen und Vermögen gewährt.

Die AHV finanziert auch eine Reihe von Hilfsmitteln für Altersrentner, welche für die Fortbewegung, Kontaktherstellung oder Selbstsorge benötigt werden, wie z.B. Prothesen, Hörgeräte oder orthopädische Massschuhe.

Der Bundesrat passt die Renten in der Regel alle zwei Jahre der Lohn- und Preisentwicklung an. Die Renten werden früher angeglichen, wenn die Teuerung innerhalb eines Jahres mehr als vier Prozent ausmacht. Die Anpassung erfolgt aufgrund des sogenannten "Mischindexes", der dem Durchschnitt von Lohn- und Preisindex entspricht.

Anpassung der Renten auf 1. Januar 2019

Der Bundesrat passt die Renten in der Regel alle zwei Jahre der Lohn- und Preisentwicklung an. Die Renten werden früher angeglichen, wenn die Teuerung innerhalb eines Jahres mehr als vier Prozent ausmacht. Die Anpassung erfolgt aufgrund des sogenannten "Mischindexes", der dem Durchschnitt von Lohn- und Preisindex entspricht.

Anpassung der Renten auf 1.1.2019

Auf den 1. Januar 2019  werden die AHV/ IV-Leistungen um 0,9 Prozent erhöht.

Rentenarten

Rentenbetrag mit voller Beitragsdauer (ab 1.1.2019)

 

Fr./ Monat

Altersrente

1'185.- im Minimum

2'370.- im Maximum

Zusatzrente der AHV

356.- im Minimum

711.- im Maximum

Witwen- oder Witwerrente

948.- im Minimum

1'896.- im Maximum

Kinder- bzw. Waisenrente

474.- im Minimum

948.- im Maximum

Hilflosenentschädigung

237.- leichten Grades

593.- mittleren Grades

948.- schweren Grades

 

Rentenberechnung

Mit der 10. AHV-Revision wurde eine neue Formel zur Berechnung der Renten eingeführt. Sie trägt wesentlich zur Besserstellung von wirtschaftlich schwächeren Rentnerinnen und Rentnern bei. Die Minimal- und Maximalleistungen bleiben gleich, dagegen werden sämtliche Renten zwischen dem minimalen und maximalen massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen erhöht.

Finanzierung 

Umlageverfahren

Die AHV wird nach dem sogenannten Umlageverfahren finanziert. Im Unterschied zur beruflichen Vorsorge (Pensionskasse) oder dem Sparbuch wird bei dieser Finanzierungsart nicht über Jahre gespart und Kapital angehäuft.

Die AHV gibt in etwa aus, was sie jährlich einnimmt, d.h. innerhalb der gleichen Zeitperiode werden die eingenommenen Beiträge für Leistungen an die Rentenberechtigten wieder ausgegeben, also "umgelegt". Dank diesem Finanzierungssystem können einmal beschlossene Rentenverbesserungen sofort verwirklicht werden.

Die Leistungen der AHV werden hauptsächlich mit den Beiträgen der Versicherten und der Arbeitgeber finanziert. Daneben steuert der Bund einen Anteil bei, der sich auf 19,55 Prozent der Ausgaben beläuft. Diesen Beitrag finanziert der Bund aus Mehrwertsteuererträgen, aus den Fiskalabgaben für Tabak und Spirituosen sowie aus allgemeinen Bundesmitteln.

Seit 1999 wird ein zusätzliches Mehrwertsteuerprozent erhoben, das zu 83 Prozent direkt der AHV zugutekommt. Die restlichen 17 Prozent fliessen in die Bundeskasse, sind dort jedoch für den Bundesbeitrag an die AHV zweckgebunden. Zudem fliesst der Ertrag der Spielbankenabgabe direkt in die AHV.

Starke Ausgabenschwankungen werden durch den Ausgleichsfonds der AHV aufgefangen. Er dient der Ausgleichs- und Sicherheitsreserve sowie der Anlage des Kapitals der AHV. Das Gesetz sieht vor, dass der Ausgleichsfonds mindestens eine Jahresausgabe der Versicherung deckt. Ende 2017 belief sich der Stand des Ausgleichsfonds auf 46,8 Milliarden Franken (106% einer Jahresausgabe).

 

Finanzierung der Ausgaben der AHV.JPG

Grafik Finanzierung der AHV: Einnahmen 2017

Die Versicherten und Arbeitgebenden haben im Jahr 2017 über 31,1 Milliarden Franken an AHV-Beiträgen einbezahlt. Zusammen mit dem Beitrag des Bundes (8,5 Mrd. Fr.) sowie den übrigen Einnahmen (2,6 Mrd. Fr.) beliefen sich die Einnahmen der Versicherung 2017 auf 42,3 Milliarden Franken. Bei Gesamtausgaben in der Höhe von 43,3 Milliarden Franken resultierte somit ein Umlagedefizit von einer Milliarde Franken. Dank einem Kapitalertrag von 2,1 Milliarden Franken ergab sich insgesamt jedoch ein positives Betriebsergebnis von 1,1 Milliarden Franken.

Individuelles Konto

Für alle, die der AHV Beiträge entrichten, wird ein individuelles Konto (IK) geführt. Die Ausgleichskasse trägt darauf alle Einkommen, Beitragszeiten sowie Betreuungsgutschriften ein, die als Grundlage zur Rentenberechnung dienen. Der Beitragssatz für die AHV beträgt 8,4 Prozent. Er ist seit 1975 unverändert geblieben. Die Arbeitgeber ziehen die Hälfte des Beitrages (4.2%) vom Lohn der Arbeitnehmer ab und überweisen ihn zusammen mit ihrem Anteil (ebenfalls 4,2%) an die Ausgleichskasse. Ein fehlendes Beitragsjahr führt in der Regel zu einer Kürzung der Versicherungsleistung um zirka 2 Prozent.

Letzte Änderung 21.02.2019

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