Geburtsbezogene Urlaube

Unter dem Begriff "geburtsbezogene Urlaube" werden der Mutterschafts-, Vaterschafts-, Eltern- und Adoptionsurlaub zusammengefasst. Der Mutterschaftsurlaub ist im Bundesrecht geregelt. Im Eidgenössischen Parlament werden regelmässig Vorstösse für die Einführung eines im Bundesrecht geregelten Vaterschafts-, Eltern- respektive Adoptionsurlaubs eingereicht. Gestützt auf eine parlamentarische Initiative wird gegenwärtig ein Gesetzesentwurf für die Einführung einer Adoptionsentschädigung ausgearbeitet. Mit Ausnahme des Postulates Fetz (11.3492) hat das Parlament alle übrigen bislang behandelten Vorstösse abgelehnt.

Mutterschaftsurlaub

Erwerbstätige Mütter haben Anspruch auf einen mindestens 14-wöchigen bezahlten Mutterschaftsurlaub.

Vaterschaftsurlaub

In der Schweiz besteht kein im Bundesrecht geregelter Anspruch auf einen Vaterschaftsurlaub. Der Vater kann bei der Geburt seines Kindes im Rahmen der "üblichen freien Tage" (Art. 329 Abs. 3 Obligationenrecht) Anspruch auf einen Urlaub geltend machen. Heute werden dem Vater bei Geburt eines Kindes in der Regel ein bis zwei bezahlte Urlaubstage gewährt. Einzelne Branchen oder Unternehmen sehen einen Vaterschaftsurlaub vor. Die Dauer und Entschädigung dieser Urlaube variieren.

Volksinitiative und indirekter Gegenvorschlag zum Vaterschaftsurlaub

Die Volksinitiative „Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie“ ist Anfang August 2017 zustande gekommen. Sie verlangt, dass alle erwerbstätigen Väter mindestens vier Wochen Vaterschaftsurlaub beziehen können und während ihrer Abwesenheit einen Erwerbsersatz erhalten. Dafür müsste der Bund eine Vaterschafsversicherung einrichten. Die Entschädigung für den Erwerbsausfall soll gleich hoch sein wie in der bestehenden Mutterschaftsversicherung: 80 Prozent des durchschnittlichen Erwerbseinkommens, das der Vater vor der Geburt des Kindes erzielt hat, höchstens aber 196 Franken pro Tag.

Bundesrat und Parlament lehnen die Initiative ab. Das Parlament hat einen indirekten Gegenvorschlag für einen zweiwöchigen bezahlten Vaterschaftsurlaub ausgearbeitet. Die Entschädigung wäre analog zur Volksinitiative ausgestaltet, den Vätern würden hingegen maximal zwei statt vier Wochen bezahlter Urlaub gewährt. Die Kosten für den indirekten Gegenvorschlag würden sich auf rund 230 Millionen Franken pro Jahr belaufen. Im September 2019 hat das Parlament das entsprechende Gesetz verabschiedet. Ein überparteiliches Komitee hat das Referendum dagegen ergriffen. Die Referendumsfrist läuft am 23. Januar 2020 ab.

Elternurlaub

In der Schweiz besteht kein im Bundesrecht geregelter Anspruch auf einen Elternurlaub. Einzelne Branchen oder Unternehmen gewähren einen Elternurlaub. Die Dauer und Entschädigung dieser Urlaube variieren.

Adoptionsurlaub

In der Schweiz besteht kein im Bundesrecht geregelter Anspruch auf einen Adoptionsurlaub. Das Eidgenössische Parlament hat der parlamentarischen Initiative Romano (13.478) "Einführung einer Adoptionsentschädigung" Folge gegeben.

Bericht über den Vaterschafts- und Elternurlaub

Der Bundesrat hat am 30. Oktober 2013 den Bericht "Vaterschaftsurlaub und Elternurlaub. Auslegeordnung und Präsentation unterschiedlicher Modelle" in Erfüllung des Postulats Fetz (11.3492) verabschiedet. In diesem Bericht werden unterschiedliche Modelle eines bundesrechtlich geregelten Vaterschafts- respektive Elternurlaubs präsentiert.
 

Letzte Änderung 20.12.2019

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